das erste Jahr ist um...

Bald sind wir ein Jahr in Kanada, schon sind 4 Wochen Sommerferien um. Das nehme ich zum Anlass noch einmal zu schreiben.
Am Anfang der Ferien waren die Kinder 2 Wochen im Sommercamp des Beaconsfield Yacht Club zum Segeln. Es war fast durchgehend phantastisches Sommerwetter sodass im Falle von Flaute zumindest ordentliches Schwimmvergnügen angesagt war. Paulina & Luzi hatten viel Spaß, zunächst im Opti und später auch in etwas größeren Booten.

Während dieser Zeit sind Kathrin und ich öfter mal nach downtown gefahren, zum Marché Jean Talon, in die Rue St.Hubert zu den Stoff- und Kurzwarengeschäften, nach Westmount zu einem Kochbuchladen, in die mit tausenden Pinken Luftballons geschmückte Rue St.Catherine oder auf’s Plateau. Wir komplettierten unsere Camping-Ausrüstung, gingen mittags essen oder sahen Fussball-EM bei Freunden oder in unserer Dorfkneipe „The Black Lion“.

Die dritte Woche haben wir dann gemeinsam mit Paulina’s Freundin Greta einen kurzen Camping-Trip nach Ontario gemacht. Zunächst verbrachten wir fast einen ganzen Tag im „Canadian Museum of Nature“ in Ottawa. Die Kinder waren kaum herauszubekommen. Das Museum ist eine schöne Mischung aus eher traditionellen Ausstellungen, Teilen mit viel Multimedia-Gedöns bis hin zu schönen Bastelangeboten. Am Nachmittag fuhren wir noch eine knappe Stunde weiter zu unserem ersten Campground im Fitzroy Provincial Park, einem Camping-Platz mit 250 Plätzen. Allerdings ist der Platz im Wald am Ottawa River so groß, dass man die Nachbarn kaum mitbekommt. Die Kinder hüpften gleich in den Fluss und hatten augenblicklich den Drang alles zu erforschen. Nach Sonnenuntergang gab es dann unglaublich viele Glühwürmchen und Sterne zu bewundern. So stellt man sich Kanada vor...

Beim Frühstück am Kioshkwiwok Lake
Am nächsten Tag ging es weiter nach Westen zum Algonquin National Park, vorbei an Orten wie Pembroke und Mattawa. Die Natur nimmt unterwegs zunehmend mehr Raum ein bis 25 km vor dem Erreichen des Ziels erst die asphaltierte Straße endet und 10 km später der Handy-Empfang. Am Ende dieser Straße erwartet einen ein Zeltplatz direkt am Kioskwokwi (abgekürzt Kiosk) Lake, von dem aus man dann nichts als Wald sieht. Für 3 Nächte hatten wir dann die gleiche Routine: Faulenzen, Lesen, Schwimmen, Kanu fahren, lecker essen unter freiem Himmel und den Tag am Lagerfeuer ausklingen lassen.

Das Timing war perfekt weil der Abreisetag noch kräftige Gewitter bringen sollte. So saßen wir trocken im Auto, besuchten auf dem Rückweg noch ein schönes Stoffgeschäft in Ottawa und kamen entsprechend mit „Schätzen“ für die Nähstube zurück nach Beaconsfield.
Dort wurde das „Studio“ sogleich eröffnet und Luzis und Paulinas Freundinnen Greta und Daniela machten begeistert mit beim Stofftiere- und Rock-Nähen.

Zwischendurch wird natürlich immer wieder gegrillt...
Diese Woche erwarten wir noch Besuch: zum einen Paulina’s Klassenlehrerin Bine aus HH kommt für eine Nacht und Luzi’s Freundin Keren aus ihrer Grunschulzeit, mit der wir noch 3 Wochen Campen fahren: Quebec City, New Brunswick und Nova Scotia...

Paulina darf den Hund der Kollegen ausführen
we and our aga am 31. Juli 16
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umsonst & draussen
...das ist ein großes Thema in Montreal.

Die erste schöne Erfahrung dieser Art machten wir auf dem Montreal Jazz Fest. Auf Wunsch der Kinder fuhren wir mit Bus & Bahn in die City, ein Jahr nicht U-Bahn gefahren...
Also auf zum Place des arts und ins Getümmel der Festival-Besucher. Wie (fast) immer strahlend blauer Himmel und Ende 20°C. Auf diversen Bühnen finden verschiedenste Konzerte statt, von Bigband über Dixieland bis hin zu dem act, den wir hören & sehen wollten: Tokyo-chutei-iki, 10 Bariton-Saxophone mit einer sehr lustigen Performance.
Das ganze Festival wird richtig rund durch kostenlose Sonnencreme-Spender, ausleihbaren Gehörschutz für Kinder, eine Zirkus-Schule und allerhand Leckereien rechts & links. Am Nachmittag lernten wir in der Schlange zum Bus (very british) eine nette Nachbarin kennen, mit der wir die gesamte Fahrt (über eine Stunde) ein angeregtes Gespräch führten. Der Anlass war die Kleinigkeit, dass sie uns deutsch sprechen hörte und selbst an der AVH einen Deutsch-Kurs belegt.

Wenige Tage später hörten wir das Eröffnungs-Konzert der Serie Sommerkonzerte im Centennial Park in unserem „Dorf“, es war eine Beatles-Cover-Band angesagt. Der Park füllte sich schnell auf bestimmt 500 Zuhörer, die auf mitgebrachten Stühlen oder den Tribünen platz nahmen um wenig später John, Paul, George & Ringo zuzuhören: perfekte Pilzköpfe, lustige Uniformen und original-Instrumentarium nebst britischem Akzent schickten „Champ de Bacon“ einige Jahrzehnte zurück. Zunächst eroberten Kinder die Tanzfläche, schnell kamen ganz selbstverständlich andere dazu und letztlich gab es kaum noch Platz. Auch hier wieder nette Gespräche mit begeisterten Omas, die beim Tanz mit unseren Töchtern in Verzückung gerieten (was der Vater selbstverständlich huldvoll entgegennimmt...).

Wir haben vor noch einige weitere dieser Veranstaltungen zu besuchen.
we and our aga am 18. Juli 16
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Belize
Ja, wir haben eine Art Blog-Winterschlaf gehalten. In der Zwischenzeit wird auch hier alles grün allerdings heute bei leichtem Schneegriesel. Das nehme ich zum Anlass über unseren Urlaub in Belize zu berichten.
Mitten in der Nacht um 3 Uhr 30 stand das bestellte Taxi zum Flughafen vor der Tür. Leicht bekleidet huschten wir bei -6°C schnell die Stufen hinunter. Vor Abflug mussten die Tragflächen des Flugzeugs noch enteist werden bevor wir beim Umsteigen in Miami endlich in die Wärme eintauchen konnten. Angekommen in Belize City erwartete uns unser Taxifahrer Elvin mit seiner Frau, die uns ins 150 km südlich gelegene Hopkins fuhren, einem karibisch geprägten kleinen Ort an der Küste. Dort verbrachten wir die erste Nacht im Hopkins Inn bei Leslie und ihrem Mann, nicht ohne vorher den Proviant für jeweils eine Mahlzeit der folgenden 6 Tage im Supermarkt eingekauft zu haben. Wir genossen bei lauer Luft und dem sanften Rauschen des Meeres noch ein kühles "Lighthouse Lager" auf unserer Terrasse.

Paulina & Lucy
Am nächsten Morgen brachte uns Elvins Frau nach Sittee River zum Glovers Guesthouse wo der Transfer zum Glovers Atoll um 10 Uhr starten sollte. Wir trafen auf einen bunten Haufen: 4 Taucher aus Basel, eine russische Familie aus Meeresbiologen (Mutter, Vater & Tochter!), ein junges Pärchen aus Vancouver und ein älteres aus Maine. Nachdem der große Katamaran endlich beladen war ging es unterbrochen von einem kleinen Tankstopp los, 3 Stunden über das ruhige Meer.

Land in Sicht

Das Glovers Atoll Resort liegt postkartenmässig in türkisblauem Wasser, schon beim ersten Schnorcheln entdecken wir Adlerrochen! Unsere Strandhütte hat eine Küche zu ebener Erde und ein Treppchen hoch dann den Schlafraum unter einem mit Palmwedeln gedeckten Dach. Die kleine Insel ist ganz nach unserem Geschmack: ausser im Haupthaus kein Strom, kein elektrisches Licht, kein fliessendes Wasser, Natur pur.

Paulina beim Spülen

Der Tauschladen
Die Ankunft allerdings war nicht ganz so erfreulich. Während wir beim Ausladen des Bootes mithalfen wurde Paulina von Hunden gebissen, zum Glück jedoch nicht schlimm. Überhaupt war die Begrüssung wenig herzlich, die US-amerikanische Besitzerin hat wirklich wenig Spaß an ihrem Job und lässt einen das auch deutlich spüren. Wir reduzierten den Kontakt zu ihr auf ein Minimum. Die Tage auf dem Atoll waren dennoch sehr schön: Luzi machte ihren lang ersehnten Tauchschein,

das Pool-Training

mit Kathrin unter Wasser
Kathrin und ich sind auch ein paarmal getaucht und ansonsten waren wir mit Paulina viel am Schnorcheln,

ein schöner grosser Puffer-Fish

Paulina's Fischbild

unser Haus

Und danach braucht man was zwischen die "Kiemen"
Meeresleuchten beobachten, Sternschnuppen zählen und in der Hängematte baumeln. Die Mitreisenden waren sehr nett und wir hatten eine wunderbare Zeit.

Aufbruch

Die Kreuzung der beiden Hauptstraßen in Hopkins
Im Anschluss verbrachten wir noch einmal 2 Nächte im Hopkins Inn bevor wir ein wenig ins Landesinnere nach Maya Centre aufbrachen.
Kleiner Kontrast:
Wir wohnten bei Gregorio in den Tutzil Nah Cottages. Gleich am ersten Tag besuchten wir die Kakaoplantage und die Schokoladen-Fabrik im Ort. Dort lernten wir Schokolade herzustellen wie die alten Maya: die fermentierten, getrockneten, gerösteten und geschälten Kakaobohnen werden auf einem flachen Mörser aus Stein mit körperlichem Einsatz unter Zugabe von Zucker zu flüssiger Schokolade zerrieben.

Jeder durfte das mal ausprobieren und am Ende konnten wir "unsere" Schokolade probieren, lecker! Danach ging es mit einem Bauern auf die Plantage:

die Früchte wachsen direkt am Stamm der niedrig erzogenen Kakaobäume, werden mit dem Messer abgetrennt und dann mit einem Stein geöffnet. Unter der stabilen Schale liegen dicht an dicht die in eine weiße schleimige Hülle verpackten Kerne.

Nach anfänglichem Ekel hat Luzi entdeckt, wie lecker diese Hülle schmeckt und alle Bohnen abgelutscht! Mit Gregorio machten wir am folgenden Morgen beginnend bei Sonnenaufgang eine Wanderung durch den Dschungel des "Jaguar Reserve" des Cockscomb Basin.

Schon auf dem Weg dahin sahen wir kunstvolle Vogelnester, die wie langgezogene Tropfen an Ästen hängen und den Vögeln eine sichere Nisthöhle bieten.

Unterwegs wurde unser Guide auf einen Ruf wie ein Frosch aufmerksam und zeigte uns kurz darauf die Urheber: mehrere Tukane! Auf den Pfaden im Dschungel sahen wir die Autobahnen der Blattschneider-Ameisen, entdeckten frisch abgelegte Eier eines Reptils, den Fussabdruck eines Tapirs, Überreste eines vom Jaguar verspeisten Gürteltiers, diverse Vogelarten undundund… Auf halber Strecke kühlten wir uns in einem erfrischenden Wasserfall ab, den wir dank der frühen Stunde für uns alleine hatten.

Auf der Rückfahrt konnte sich keiner mehr wach halten...
Zurück im Dorf spielten Paulina & Luzi mit den einheimischen Mädchen und konnten sich richtig mit ihnen verständigen: Belize ist englisch-sprachig!

Am nächsten Tag hatten wir eine Nacht-Exkursion in den Urwald geplant, die wir fast nicht hätten antreten können: Luzi hatte Bauchweh vor Aufregung. Sie hat sich dann doch überwunden und es hat sich total gelohnt. Wir folgten unserem Guide, dem Bruder von Gregorio, der auch im Dschungel aufgewachsen ist bevor ihr Dorf zugunsten des Natur-Reservats umgesisdelt wurde. Das Zirpen der Zikaden war ohrenbetäubend, es flogen blinkende Glühwürmchen vorbei und Grillen, deren Augen leuchten, fast wie bei Star Wars! Wir entdeckten eine riesige Kröte, eine Tarantel,

eine Echse,

und einen kleinen nachtaktiven Affen.
Die letzten 2 Nächte verbrachten wir wieder in Hopkins, genossen das kreolische Essen (mit Gibnut, einem sehr leckeren Nagetier!), das frische Obst und Pina Colada (die Mädchen natürlich Virgin Colada).

Am letzten Tag hatten wir noch das Glück beim Schnorcheln Seekühe beobachten zu können.

Die National-Orchidee von Belize

we and our aga am 02. Juni 16
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Ça fait que...

Oui, tu a raison: le dernier texte sur le blogue c’est etait 10 semaines. Ça fait que j’ai assisté le cours de la francisation à l’isle Perrot en plein temps. Maintenant j’ai fini le niveau 2 mais malheureusement le cours ne va pas recommencer après septembre.

Mont Habitant am Spätnachmittag
Schon gut, und das war nicht der einzige „Termin“. Nein, inzwischen hatte auch die Theater-AG der Schule ihre Aufführungen von „Sophie Scholl – die letzten Tage“. Genau wie im echten Theater waren die Wochen der Endproben aufreibend aber der Aufwand hat sich gelohnt. Die beiden Aufführungen waren sehr schön und ich bin fest entschlossen dieses Engagement im nächsten Schuljahr fortzuführen. Vor allem das sehr positive Feedback der Teilnehmer und der Einsatz in den letzten Tagen vor der Premiere haben mich für all den Nerv, der an so etwas hängt mehr als entschädigt.
Und am Wochenende konnte ich auch nicht schreiben da mussten wir ja immer Skilaufen. Und im März ging es sowieso nicht weil wir da ja von unseren Freunden Jana & Connie mit Laila & Dan für 2 Wochen besucht wurden...

auf dem Lac des castors auf dem Mont Royal
Daher jetzt nur schnell die highlights: ein Wochenende hatten wir eine Ferienwohnung in Mont Blanc gemietet, direkt am Hang! Also morgens nach dem Frühstück direkt in die Skistiefel und dann erstmal die ersten lockeren (oder noch nicht so lockeren) Schwünge hinab zur Liftstation. Es war ein Wochenende mit perfektem „spring-skiing“: die Jacke offen im strahlenden Sonnenschein und ab mittags halt doch recht schwer und sulzig...

Die Kinder haben sich so gut verstanden als ob sie vorgestern das letzte Mal miteinander gespielt hätten und auch wir Erwachsenen hatten sehr viel Spaß. Tja, die Nähe der Freunde aus der Heimat, die vermissen wir schon.
Für Quebecer Verhältnisse ist in diesem Jahr der Winter ausgefallen:

weniger als 1m Schnee und überhaupt viel zu warm. Dafür haben wir heute einen kleinen Wintereinbruch: seit dem Spätnachmittag hat es bereits über 5 cm Schnee gegeben und die Frühblüher im Garten fragen sich bestimmt was das nun wieder soll.

Pistenpapageien
Uns kann es egal sein: wir haben nämlich bereits die Rucksäcke aus dem Keller geholt, Kathrins Tauchbesteck ist frisch gewartet, Luzi hat die Theorieprüfung zum Tauchschein bereits abgehakt und alle zusammen fliegen wir am Samstag für 2 Wochen nach Belize. Wir sind bereits ganz hibbelig und schreiben hinterher bestimmt ganz bald wieder, versprochen!

Ostern!
we and our aga am 07. April 16
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Paulina's Entdeckung
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Also fange ich einfach bei DER Entdeckung heute morgen am Frühstückstisch an: Paulina entdeckt in ihrem zweiten Frühstücksei DAS Eierloch, ja genau das sagenumwobene von „Fang mich doch!“

Also, der Anfang ist geschafft und wo wir schon beim Essen sind: das Brot backen geht weiter, unterschiedlicher Erfolg. Brote mit wenig oder keiner Hefe funktionieren tendenziell nicht so gut in unserem Ofen, er kommt nicht auf die benötigten 250°C. Aber andere Brote werden richtig gut. Ich habe mich in das Thema eigenes Brot mittlerweile richtig eingearbeitet und kann sagen, dass das ein echtes Hobby geworden ist, nicht zuletzt dank der Fachliteratur, die meine geliebte Frau mir diesbezüglich bereits in der Heimat geschenkt hatte. Ein anderes zeitaufwändiges Hobby ist seit der vergangenen Woche dazu gekommen: der Vollzeit-Französisch-Kurs auf der Ile Perrot. Montags bis Donnerstags von 9 – 15 Uhr 30 und Freitags von 9 – 12 Uhr habe ich jetzt für 10 Wochen Französisch Niveau 2 gemeinsam mit Frauen aus aller Welt und Heinrich, dem Ehemann von Kathrins Schulleiter.

Training im Garten!
Das dritte neue Hobby ist das Skilaufen, gestern war ich mit der Familie Maurer (sie macht die Bibliothek an der AVH, er ist Kathrins Kollege dort) am Mont Olympia, eine Autostunde nach Norden. Zuerst mal war es sehr kalt, ein Maximum von -10°C aber es ging dann doch ganz gut mit Handschuhen in den Fäustlingen und Sturmhaube und Mütze unterm Helm. Im Vergleich zu unserem Hausberg in Rigaud ist das schon richtig was: 6 Lifte und 20 Pisten und auch ein wenig mehr Höhendifferenz. Das Samstag-Abend-Ticket, gültig von 15 bis 22 Uhr kostet 20$, ein echtes Schnäppchen. Hobby vier ist seit letztem Dienstag Hockey, zuhause nennt man es Eishockey, hier braucht es diese Vorsilbe nicht, ist ja eh klar... Die Lehrer/Eltern-Hockey-AG hat also seit dieser Woche den Ort und damit auch den Untergrund gewechselt, wir treffen uns ab jetzt im Christmas Park in Beaconsfield. Den Umgang mit Stock & Puck muss ich noch gehörig üben aber die Kufe läuft schon wieder recht geschmeidig...

Beim Kufen-Schleifer
Dann waren wir auch das erste mal auf dem St.Laurent, der zugefroren einen ganz neuen Spielplatz für uns bietet:

Blick nach Osten...

... und nach Westen
3 Minuten zu Fuß haben wir jetzt ein riesiges neues Areal für Spaziergänge. Wir sprachen mit zwei Männern, die zum Eisangeln Löcher ins Eis gebohrt und diverse Angeln aufgestellt hatten. Demnächst können sie dann wohl mit dem Auto zu ihren Löchern fahren, momentan ist das Eis erst etwa 12 cm dick.

Rechts im Bild der (motorisierte) Bohrer für die Löcher
Ganz nebenbei ist still und leise unser erstes Halbjahr an der Alexander von Humboldt Schule zu ende gegangen. So unsortiert wie es losging heute geht es auch zu ende: Paulina ist am vergangenen Sonntag ein paar Stufen die Treppe in unserem Haus heruntergefallen und dabei auf den Hinterkopf gefallen. Nach einigem Hin & Her sind wir in das Kinderkrankenhaus nach Montreal gefahren um sie untersuchen zu lassen. Diagnose: eine Gehirnerschütterung, soweit alles ok, zwei Tage nicht zur Schule gehen und zwei Wochen keinen Sport. Die Erfahrung im Krankenhaus war richtig gut. Auch der Support aus der Heimat war hervorragend, danke Kay! Wo wir schon beim Arzt sind: neulich war ich wegen einem kleinen defekt beim Zahnarzt. Dort auch eine Kanada-Erfahrung: im Wartezimmer bemerke ich, dass alle anderen Patienten keine Schuhe tragen, stattdessen so Überzieher. Also ging ich zurück in den Vorraum, fand den Stiefelberg, stellte meine dazu, entnahm ein Paar Überzieher aus einem Spender und

war fortan nicht mehr von einem Kanadier zu unterscheiden. Die wenigen Minuten Warten im Behandlungszimmer waren viel zu kurz, hier die Aussicht:

Nach ausgedehntem Plausch mit dem Arzt über alle möglichen Themen ging es dann auch irgendwann mit der Behandlung los. Wieder diese angenehme Erfahrung, dass das Geldverdienen nicht so extrem im Vordergrund steht sondern der menschliche Aspekt zumindest gleichberechtigt ist.
Zum guten Schluss noch ein Bericht vom heutigen Tag: wir brachten Paulina zu einer geburtstags-Einladung ins Science-Museum in die City. Danach fuhr der Rest der Familie auf den Mont Royal um dort Schlittschuh zu laufen. Wieder sehr kanadisch: es gibt ein Gebäude, in dem man sowohl Schlittschuhe als auch Langlauf-Skier ausleihen kann und auch sehr praktische Umkleiden sind. In den Bänken sind Fächer für die Straßenschuhe, unten offen damit der Schnee abfallen kann. Zwar sind die Fächer verschließbar aber genutzt wird das wohl nur von Leuten, die ihre Schlittschuhe dort über Nacht lagern. Über Gummimatten geht es dann auf die Eisfläche, es spielt dezente klassische Musik und man blickt hinüber auf den Schlittenberg, auf dem man auf abgetrennten Bahnen Wettrennen fahren kann. Mit diesen winterlichen Impressionen verabschiede ich mich für heute, zurück ins Studio...

Sunday on ice

Und danach noch ein paar Bagel bei "Fairmount Bagel" holen

we and our aga am 24. Januar 16
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Weihnachten & Neujahr
Liebe Blog-Leser!
Zunächst wünschen wir Euch alles Gute für 2016!

Bis heute haben wir die Weihnachtsferien genossen, morgen geht es wieder in die Schule. Aber der Reihe nach.

Luzi mit ihrem Weihnachtsgeschenk

Paulina mit ihrem
Das Weihnachtsfest war ähnlich wie in Hamburg viel zu warm und für die Kinder eine echte Enttäuschung nachdem die Eltern vollmundig versprochen hatten, dass es in Kanada bestimmt weiße Weihnachten geben wird.
In der Nacht zum 28.12. fing es dann endlich an zu schneien und hörte einen ganzen Tag lang nicht mehr auf sodass wir plötzlich 35 cm Schnee hatten. Fünf Minuten zu Fuß sind es bis zum Allan’s Hill in Baie D’Urfé, der ein phantastischer Schlittenberg ist. Wir probierten alle Schlitten aus und hatten eine Menge Spaß. Nun ja, nicht alle: Kathrin saß am Schreibtisch... Der Schneepflug kam erst am nächsten Tag in unsere Straße, so konnten wir gleich die Winterreifen unter Normalbedingungen testen. Kathrin fuhr am Montag Morgen mit dem Auto zum Yoga und war total begeistert, man merkt keinen großen Unterschied, wow!

der Winterdienst für unsere Einfahrt...
Silvester waren wir bei den Eltern von Klassenkameradinnen von Luzi und Paulina eingeladen. Vivien & Sarah feierten mit den Kindern der anderen Gäste im Basement eine Kinderparty während die Eltern oben ihren „adult evening“ hatten. Die Gäste waren typisch kanadisch aus allen Teilen der Welt zusammengewürfelt, von Usbekistan und Russland im Osten über Frankreich, Luxemburg und Deutschland bis Mexiko und es waren sogar auch Kanadier dabei (sie Franko-, er Anglo-). Es war ein lustiger und vor allem leckerer Abend ganz ohne Musik & Tanz und Feuerwerk. Begonnen hatten wir den Abend aber zu hause um 17 Uhr 45 mit NDR 2 und den letzten 15 Minuten des Countdown auf das Hamburger Neujahr, brettlauter Musik, der Lichtorgel aus Marktstr.8 und familiärem Gezappel (Sandy, wir haben Dich sehr vermisst...)
Nachdem wir mittlerweile auch mit allen Klamotten für einen richtigen Winter ausgestattet sind, haben wir heute früh auf Anregung von Tina & Martin Krafft die Skier und Skischuhe der Kinder in den Kofferraum geworfen und sind die halbe Stunde nach Rigaud gefahren, einer Mini-Ski-Station. Wir Eltern haben uns vor Ort noch schnell die Skiausrüstung ausgeliehen und los ging’s auf den Berg. Luzi & Kathrin hatten eine Trainerstunde während ich mich um Paulina kümmerte. Am Ende waren wir vier Stunden auf den Brettern und alle total begeistert. Die ganze Familie Krafft war auch da (deren Tochter Amanda ist in Paulina’s Parallelklasse). Es war wunderbar mild (0°C) bei leichtem Scheefall, perfekt für einen ersten Skitag! Heute Nacht erwarten wir einen Temperatursturz auf -20°C morgen früh. Dann wird es doch noch so kanadisch wie versprochen!

nach etwa 20 Jahren Pause wieder Ski fahren!

Beaconsfield Boulevard

Weihnachten: Roastbeef mit...

...Yorkshire Pudding

Ist das Normal?!
we and our aga am 04. Januar 16
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Was kommt nach Wasseralarm? Handtuchmarsch!
Gestern um 19:30 Uhr passierte etwas ziemlich wässriges. Paulina wollte sich ein Taschentuch nehmen aber die Box stand im Wasser. Dann bemerkten wir, dass die ganze Fensterbank total nass war. In rasendem Tempo holten wir alle verfügbaren Handtücher zum Tatort. Die Fensterbank wurde schnell abgeräumt und jeder half mit das Wasser mit den Handtüchern aufzusaugen. Nach ungefähr zehn Minuten war die Fensterbank wieder überschwemmt und wir ließen die Handtücher einfach liegen und in den nächsten Stunden hieß es: Handtücher auswringen, trocknen lassen und neu hinlegen. Anstrengende Sache aber schnell erzählt.
Luzi
Hier noch ein Bild (mit ironischem Grinsen):

we and our aga am 30. Dezember 15
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Luzis Weihnachts-Eintrag
Endlich Ferien! Wir genießen die freie Zeit und bereiten uns auf den 25. Dezember vor. Dieses Jahr wird Weihnachten ganz schön anders sein: morgens die Geschenke aus den von Mama genähten Christmas Stockings holen und ein Weihnachtsbaum mit Lichterkette. Die Christmas Stockings zu nähen hat nur einen Abend gedauert. Ganz schön schnell! Die Lichterkette haben wir, weil unsere Kerzen nicht auf dem total zugeschnittenen Baum halten.
Papa hat den Plattenspieler angeschlossen und jetzt hören wir die ganze Zeit Musik. Ob das die Meerschweinchen stört wissen wir nicht. Die Meerschweinchen babysitten wir. Es sind 2 Männchen, sie heißen Fred und Jerry und gehören der Tochter meiner Klassenlehrerin.
Luzi
(Eigentlich gab es noch einzelne unterstrichene Wörter, die sind aber irgendwie nicht mitgekommen...)
we and our aga am 25. Dezember 15
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weisse Weihnacht?
Morgen ist unser letzter Schultag vor den Weihnachtsferien, und wenn man rausschaut, wird einem ganz warm ums Herz: perfektes „Hamburger Wetter“ bei 5°C, grauem Himmel und ordentlich Regen. Der Kanadier tritt vor die Tür und sagt mit tiefen Sorgenfalten auf der Stirn: „das gab es das letzte Mal 1998!“ Anmerkung: das war Jahr des sagenumwobenen „ice storm“, währenddessen auch unsere Straße mehr als 3 Wochen ohne Strom war. Wer dazu mehr lesen möchte:
http://out-of-canada.olehelmhausen.de/eissturm-1998-in-quebec-ueberleben-im-glaesernen-sarg/ oder
https://en.wikipedia.org/wiki/North_American_Ice_Storm_of_1998
Wir dachten doch, dass wir uns zumindest in Montreal auf weiße Weihnacht würden verlassen können, nun sieht es aber so gar nicht danach aus. Wenn der Winter dann doch noch kommt werden wir zu einer der vielen Eisbahnen in der Nachbarschaft aufbrechen. Momentan sieht das etwas lustig aus: unmotiviert umfassen hölzerne Banden das Basketballfeld eines jeden kleinen Parks. Diese Flächen werden dann geflutet und dann gibt es für jeden Wochentag und jede Eisbahn einen Plan, der festlegt von wann bis wann „freies skating“, „figure skating“ oder „hockey“ dran sind. Man darf gespannt sein...
Am 6.Januar findet die Einführungsveranstaltung der „Rod-Roy-Ski-School“ statt. Dort sind unsere Mädels für den Anfänger-Kurs im Alpin-Ski angemeldet. Vom 9.1. an werden sie dann 7 Wochen lang an jedem Samstag um 7 Uhr 45 auf dem Parkplatz des Provigo Supermarkts vom Skischul-Bus aufgepickt werden um bis zum Nachmittag in wechselnden Skigebieten der näheren Umgebung die Freuden im Schnee zu geniessen!
Unser Auto ist bereits winterfest: wir haben speziell auf kanadische Anforderungen ausgelegte Winterreifen aus einer besonders weichen Gummimischung mit kleinen Teilen von Walnussschalen, die die Traktion auf Schnee und Eis verbessern sollen. Erst dachte ich, dass ich verarscht werde, aber nein! Dann riet man mir noch, den Unterboden und die Hohlräume des Autos vor dem Winter noch mit einem Öl behandeln zu lassen um dem Streusalz nicht das Auto zum Fraß vorzuwerfen. So holte ich mir rasch einen Termin bei „Antirouille Metropolitain“ und hoffe nun, dass unser Auto nicht in Kürze eindrucksvolle braun umkränzte Löcher aufweist.

Heute Abend findet das Weihnachtskonzert der Grundschule der AvH statt, Paulina singt dort „On écrit sur les murs“. Morgen ist dann Luzi mit der Weihnachtsfeier der High School dran und ich werde mit meinen Teilnehmerinnen aus der AG „Klassik-Ensemble“ am Sonntag ein paar Weihnachtslieder im Altenheim vortragen.
Bei uns zuhause hängen bislang nur ein ganz paar Sterne, für einen Adventskranz hat es dieses Jahr nicht gereicht. Heute habe ich beim Schlachter „Chez Chartier“ das Roastbeef für Heiligabend bestellt. Dazu wird „Yorkshire Pudding“ gereicht werden, wir folgen damit Herbert’s Tradition. Den Tannenbaum holen wir wohl am Samstag, dann wird geschmückt und wir hoffen noch immer auf Schnee...
An dieser Stelle wünschen wir all unseren Lesern geruhsame Tage, guten Appetit, ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für das Jahr 2016!
we and our aga am 20. Dezember 15
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Die Hürden zur Feuerzangenbowle (sind überwunden)
Wir wollen dieses Jahr natürlich nicht auf unsere traditionelle Feuerzangenbowle zum Weihnachtsferienbeginn verzichten. Also trug ich Henning auf, aus Deutschland mal zwei Zuckerhüte mitzubringen. Die musste er dann aber mit der Post schicken, weil er ja so viele Dinge aus Deutschland mitbringen musste, dass er schlimmes Übergewicht hatte. Das Paket aus Deutschland hat dann ca. zwei Wochen in Deutschland irgendwo rumgestanden, gefühlt 5 Wochen und ich wurde so nervös (schließlich hatten wir ja schon Leute zur Feuerzangenbowle eingeladen) dass ich versuchte, einen Zuckerhut selberherzustellen. Es hat mittel gut funktioniert, wie auf dem Bild zu sehen.
Und übrigens: ich bin nicht die Einzige, die so was versucht. Es gibt auch dafür Anleitungen und Tipps im Internet. Ich hatte dann noch eine Freundin angesprochen deren Vater vor zwei Tagen aus Deutschland angereist ist, der brachte dann auch noch einen Zuckerhut mit, aber unser Paket ist mittlerweile auch angekommen, für Zuckerhüte ist also gesorgt.
Für das nächste Problem wandte ich mich zunächst an einen Kollegen: Wo gibt’s denn wohl 75% Rum. Tja, das wüsste er auch nicht, bei SAQ (der staatliche Schnapsladen) hätten sie gesagt, er könne sich ja reinen Alkohol besorgen (aber wo hat der SQA-Angestellte nicht verraten) und den 40% Rum damit aufpeppen. Okay, ich bin also ganz locker geblieben, schließlich ist man ja Chemielehrerin und in jeder gut sortierten Chemiesammlung gibt es unvergälltes, reines Ethanol. Das habe ich leider erst am letzten Schultag überprüft und Christian und ich mussten feststellen, dass wir keine gut sortierte Sammlung haben. Tja, dann muss man den Rum halt warm machen bevor er angezündet wird. Es wird schon gehen.
Heute waren Henning und ich bei einem SAQ Sélection und dort haben wir noch mal eine Verkäuferin gefragt und siehe da: es gab ein Fläschchen 75%igen Bacardi.
Aber Achtung: Das erste (?) Lebensmittel mit Gefahrensymbolkennzeichnung. Dazu fällt einem ja wohl nichts mehr ein.
Wer noch mehr Lebensmittel mit Gefahrensymbolen kennt, bitte unbedingt melden!!!
we and our aga am 20. Dezember 15
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