Belize
Ja, wir haben eine Art Blog-Winterschlaf gehalten. In der Zwischenzeit wird auch hier alles grün allerdings heute bei leichtem Schneegriesel. Das nehme ich zum Anlass über unseren Urlaub in Belize zu berichten.
Mitten in der Nacht um 3 Uhr 30 stand das bestellte Taxi zum Flughafen vor der Tür. Leicht bekleidet huschten wir bei -6°C schnell die Stufen hinunter. Vor Abflug mussten die Tragflächen des Flugzeugs noch enteist werden bevor wir beim Umsteigen in Miami endlich in die Wärme eintauchen konnten. Angekommen in Belize City erwartete uns unser Taxifahrer Elvin mit seiner Frau, die uns ins 150 km südlich gelegene Hopkins fuhren, einem karibisch geprägten kleinen Ort an der Küste. Dort verbrachten wir die erste Nacht im Hopkins Inn bei Leslie und ihrem Mann, nicht ohne vorher den Proviant für jeweils eine Mahlzeit der folgenden 6 Tage im Supermarkt eingekauft zu haben. Wir genossen bei lauer Luft und dem sanften Rauschen des Meeres noch ein kühles "Lighthouse Lager" auf unserer Terrasse.

Paulina & Lucy

Am nächsten Morgen brachte uns Elvins Frau nach Sittee River zum Glovers Guesthouse wo der Transfer zum Glovers Atoll um 10 Uhr starten sollte. Wir trafen auf einen bunten Haufen: 4 Taucher aus Basel, eine russische Familie aus Meeresbiologen (Mutter, Vater & Tochter!), ein junges Pärchen aus Vancouver und ein älteres aus Maine. Nachdem der große Katamaran endlich beladen war ging es unterbrochen von einem kleinen Tankstopp los, 3 Stunden über das ruhige Meer.


Land in Sicht

Das Glovers Atoll Resort liegt postkartenmässig in türkisblauem Wasser, schon beim ersten Schnorcheln entdecken wir Adlerrochen! Unsere Strandhütte hat eine Küche zu ebener Erde und ein Treppchen hoch dann den Schlafraum unter einem mit Palmwedeln gedeckten Dach. Die kleine Insel ist ganz nach unserem Geschmack: ausser im Haupthaus kein Strom, kein elektrisches Licht, kein fliessendes Wasser, Natur pur.

Paulina beim Spülen

Der Tauschladen
Die Ankunft allerdings war nicht ganz so erfreulich. Während wir beim Ausladen des Bootes mithalfen wurde Paulina von Hunden gebissen, zum Glück jedoch nicht schlimm. Überhaupt war die Begrüssung wenig herzlich, die US-amerikanische Besitzerin hat wirklich wenig Spaß an ihrem Job und lässt einen das auch deutlich spüren. Wir reduzierten den Kontakt zu ihr auf ein Minimum. Die Tage auf dem Atoll waren dennoch sehr schön: Luzi machte ihren lang ersehnten Tauchschein,

das Pool-Training

mit Kathrin unter Wasser
Kathrin und ich sind auch ein paarmal getaucht und ansonsten waren wir mit Paulina viel am Schnorcheln,



ein schöner grosser Puffer-Fish

Paulina's Fischbild

unser Haus

Und danach braucht man was zwischen die "Kiemen"

Meeresleuchten beobachten, Sternschnuppen zählen und in der Hängematte baumeln. Die Mitreisenden waren sehr nett und wir hatten eine wunderbare Zeit.

Aufbruch

Die Kreuzung der beiden Hauptstraßen in Hopkins
Im Anschluss verbrachten wir noch einmal 2 Nächte im Hopkins Inn bevor wir ein wenig ins Landesinnere nach Maya Centre aufbrachen.
Kleiner Kontrast:




Wir wohnten bei Gregorio in den Tutzil Nah Cottages. Gleich am ersten Tag besuchten wir die Kakaoplantage und die Schokoladen-Fabrik im Ort. Dort lernten wir Schokolade herzustellen wie die alten Maya: die fermentierten, getrockneten, gerösteten und geschälten Kakaobohnen werden auf einem flachen Mörser aus Stein mit körperlichem Einsatz unter Zugabe von Zucker zu flüssiger Schokolade zerrieben.



Jeder durfte das mal ausprobieren und am Ende konnten wir "unsere" Schokolade probieren, lecker! Danach ging es mit einem Bauern auf die Plantage:

die Früchte wachsen direkt am Stamm der niedrig erzogenen Kakaobäume, werden mit dem Messer abgetrennt und dann mit einem Stein geöffnet. Unter der stabilen Schale liegen dicht an dicht die in eine weiße schleimige Hülle verpackten Kerne.

Nach anfänglichem Ekel hat Luzi entdeckt, wie lecker diese Hülle schmeckt und alle Bohnen abgelutscht! Mit Gregorio machten wir am folgenden Morgen beginnend bei Sonnenaufgang eine Wanderung durch den Dschungel des "Jaguar Reserve" des Cockscomb Basin.

Schon auf dem Weg dahin sahen wir kunstvolle Vogelnester, die wie langgezogene Tropfen an Ästen hängen und den Vögeln eine sichere Nisthöhle bieten.

Unterwegs wurde unser Guide auf einen Ruf wie ein Frosch aufmerksam und zeigte uns kurz darauf die Urheber: mehrere Tukane! Auf den Pfaden im Dschungel sahen wir die Autobahnen der Blattschneider-Ameisen, entdeckten frisch abgelegte Eier eines Reptils, den Fussabdruck eines Tapirs, Überreste eines vom Jaguar verspeisten Gürteltiers, diverse Vogelarten undundund… Auf halber Strecke kühlten wir uns in einem erfrischenden Wasserfall ab, den wir dank der frühen Stunde für uns alleine hatten.



Auf der Rückfahrt konnte sich keiner mehr wach halten...
Zurück im Dorf spielten Paulina & Luzi mit den einheimischen Mädchen und konnten sich richtig mit ihnen verständigen: Belize ist englisch-sprachig!

Am nächsten Tag hatten wir eine Nacht-Exkursion in den Urwald geplant, die wir fast nicht hätten antreten können: Luzi hatte Bauchweh vor Aufregung. Sie hat sich dann doch überwunden und es hat sich total gelohnt. Wir folgten unserem Guide, dem Bruder von Gregorio, der auch im Dschungel aufgewachsen ist bevor ihr Dorf zugunsten des Natur-Reservats umgesisdelt wurde. Das Zirpen der Zikaden war ohrenbetäubend, es flogen blinkende Glühwürmchen vorbei und Grillen, deren Augen leuchten, fast wie bei Star Wars! Wir entdeckten eine riesige Kröte, eine Tarantel,

eine Echse,

und einen kleinen nachtaktiven Affen.
Die letzten 2 Nächte verbrachten wir wieder in Hopkins, genossen das kreolische Essen (mit Gibnut, einem sehr leckeren Nagetier!), das frische Obst und Pina Colada (die Mädchen natürlich Virgin Colada).

Am letzten Tag hatten wir noch das Glück beim Schnorcheln Seekühe beobachten zu können.

Die National-Orchidee von Belize