angekommen
Am 29.Juli ging unser erster „echter“ oneway-Flug von Hamburg nach Montreal. Wir waren sehr rechtzeitig am Flughafen weil ich 3 Instrumente im Handgepäck mitnehmen wollte. Im Vorfeld hatte ich mich lange um CITES-Papiere (für die Bögen mit Elfenbein-Kopfplatten) und Negativbescheinigungen für die Instrumente, die keine Materialien beinhalten, die unter den Artenschutz fallen, gekümmert. Beim Zoll verbrachte ich dann auch eine dreiviertel Stunde bis alle Papiere zur Ausreise erstellt, ausgefüllt, gestempelt und unterschrieben waren. Dann wurden wir von unseren Eltern und meinem Freund Olly verabschiedet.
Über Frankfurt ging es nach Toronto, wo wir mit einer guten Stunde Verspätung ankamen. Dort kostete uns Frau Martins-Miller einige Nerven weil sie die Visa-Letter, die unsere Arbeits-Visa bzw. Study-Permits bestätigten nicht ohne weitere Dokumente akzeptieren wollte. Diese Papiere waren jedoch im Koffer, an den wir erst nach Immigration und Zoll rankamen. Sie akzeptierte auch keine Scans dieser Dokumente, die Kathrin auf ihrem Laptop bei sich hatte. Stattdessen ließ sie uns kommentarlos eine Stunde warten um uns dann doch das nötige Papier in die Pässe zu heften. Nur gut, dass Kanada nicht irgendeine Bananenrepublik in den Händen einer Militärjunta ist: so hatten wir im Stillen immer die Hoffnung, dass uns die Einreise nicht verweigert werden würde. Dass hier alles mit rechten Dingen zugeht kann man auch daran ablesen, dass mein Arbeitsvisum die Arbeit in Sexclubs oder ähnlichem explizit ausschliesst...
Nach dieser Vorgeschichte erwarteten wir das Schlimmste beim Zoll: der Zollbeamte jedoch holte trotz der komplizierten Vorgänge mit den Instrumenten und dem separat mit dem Schiff im Container anreisenden Umzugsgut all die verschenkte Zeit mit besonderer Freundlichkeit und Unkompliziertheit wieder rein und wir verpassten nicht den Weiterflug. So erreichten wir nach 22 Stunden Anreise Montreal und fielen um 1 Uhr Ortszeit in die wunderbar weichen Betten des Sheraton Airport Hotels.
Am nächsten Morgen waren wir mit Helga, der österreichischen Freundin unserer Vermieter, bei unserem Haus in der Hillsite St in Beaconsfield verabredet. Dort lernten wir AGA kennen, unser neues Familienmitglied. Dabei handelt es sich um den englischen Landhausherd, der das Zentrum unseres neuen Zuhause darstellt, ein Ungetüm aus 420 kg Gusseisen, das Tag & Nacht beheizt wird und dem wahre Wunderdinge in Sachen Garung von Nahrungsmitteln zugeschrieben werden. Unsere Vermieter Mary & Meher haben ihn uns wärmstens ans Herz gelegt wissend, dass man neu Kochen lernen muss. Dazu und zum Rest von Kanada bald mehr...